Wurmelworld | Krankheiten und Parasitenbefall beim Eichhörnchen
Informationen zu Krankheiten und Parasitenbefall beim Eichhörnchen
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Der wohl größte Vorteil der Eichhörnchenhaltung gegenüber der Haltung exotischer Arten liegt darin, dass sich die Tiere in ihren gewohnten klimatischen Verhältnissen aufhalten. Das macht sie wenig anfällig für Krankheiten und somit zu dankbaren und einfachen Pflegetieren.

Einzig Mittel zur Parasitenbekämpfung sollte man immer zu Hause haben, obwohl ich bisher noch nie Probleme hatte. Oft habe ich aber auch schon von Flohproblemen und Ähnlichem gehört.

Wenn Nistmaterial, Kobel und auch Bodenbelag regelmäßig erneuert werden, sollte es jedoch nicht zu Parasitenbefällen größeren Ausmaßes kommen. Ich habe vorbeugend immer Neem-Spray im Regal stehen, welches ich von Zeit zu Zeit in die Kobel und auch auf die Tiere sprühe. Das Spray ist ungiftig, riecht angenehm und tötet diverse Lästlinge sowie deren Gelege zuverlässig ab. Alternativ ist natürlich auch Flohpuder verwendbar.

 

Ein Mal im Jahr werden meine Eichhörnchen entwurmt. Das Mittel zum Entwurmen heißt „Panacur“ und wird 3 Tage lang auf Leckerbissen geträufelt und dann zum Essen angeboten. Die genaue Dosierung erfragt Ihr aber bitte beim Tierarzt, da „Panacur“ in verschiedenen Konzentrationen angeboten wird.

 

Ansonsten sind keine größeren „Krankheiten“ zu erwarten. Ihr müsst nur immer schön Acht geben den Tieren nicht zuviel Grün- bzw. Saftfutter und Obst anzubieten.

Durchfall
Schwerer Durchfall durch falsche Fütterung

Auch bei adulten Eichhörnchen kann dies zu tödlichen Durchfällen führen. Die Verabreichung von Frischfutter erfolgt hier mit etwa den gleichen Regeln, wie bei Kaninchen. Auch wenn ihr Jungtiere habt, sollte vorsichtshalber erst mal nur Nüsse, Eiweißfutter und Zwieback etc. angeboten werden.

Manchmal kommt es  bei Jungtieren durch gegenseitigen Nuckeln am Geschlechtsteil zu Vorhautvorfällen. In diesem Fall bitte sofort den Tierarzt aufsuchen, welcher weiteres veranlassen wird. Zur Veranschaulichung hier ein Bild, wie so etwas aussieht:

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Vorhautvorfall durch Nuckeln

Somit kommen wir gleich zum nächsten Kapitel, den Vergiftungen. Da Eichhörnchen nahezu alles anfressen was irgendwie grün gefärbt und saftig aussieht, muss die Bepflanzung der Außenvoliere genau durchdacht werden. Geeignet zur Bepflanzung ist zum Beispiel Hopfen, alle möglichen Gräser sowie Klee und Löwenzahn. Auch bei Bäumchen könnt Ihr der Fantasie freien Lauf lassen (Nadelgehölze, Birken, Ebereschen, Hollunder, Haselnussstrauch oder -baum, Buchen, Eichen etc.).

 

Unbedingt zu vermeiden sind Pflanzen wie: Buchsbaum, Efeu, Eibe, Fette Henne, Hortensien, Krokusse, Maiglöckchen, Primeln, Rhododendron, Tulpen und Schneeglöckchen.

 

Eigentlich keine Krankheit, aber trotzdem erwähnenswert sind Bissverletzungen und Knochenbrüche. Beim Kämpfen oder beim Spielen kann es passieren, dass ein Eichhörnchen sich ernsthaft verletzt. Bissverletzungen sind meistens gut zu behandeln und heilen erstaunlich schnell aus. Bei kleineren Hörnchen ist es empfehlenswert diese nach einem Biss erst mal in der Wohnung weiterzupflegen, bis alles wieder verheilt ist. Vorübergehend in einem großen Käfig untergebracht ist es einfacher die Wunde sauberzuhalten und das Hörnchen zu beobachten. Soweit sich keine Entzündungen an der Wunde entwickeln macht man am besten gar nichts. Nach ca. 2 Tagen hat sich die Stelle verklebt und wächst wieder zusammen. Sollte es anfangen unangenehm zu riechen, zu nässen oder zu eitern, geht bitte umgehend zum Tierarzt. Der wird evtl. ein Antibiotikum verschreiben und die Wunde spülen.

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Madenbefall beim Eichhörnchen
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Großaufnahme Madenbefall

Leider nicht ganz so einfach verhält es sich mit Knochenbrüchen. Erkennen kann man eine Fraktur beim Hörnchen genau wie bei uns auch. Die Stelle schwillt enorm an und dem Tier sind die Schmerzen förmlich anzusehen (evtl. zieht es die Pfote hinterher …) Sofern kein offener oder komplizierter Bruch vorliegt heilt auch diese Sache von alleine aus. Auch hier ist es ganz sinnvoll das Eichhörnchen erstmal in menschliche Obhut zu nehmen. Liegt am Knochen jedoch ein Splitterbruch vor schläfert man das Tier besser ein.

 

Auf jeden Fall muss bei jedem Bruch der Tierarzt konsultiert werden, der die Heilungschancen abwägen und das Hörnchen notfalls von seinem Leiden erlösen kann.

 

Richtig kompliziert wird es, wenn euer Eichhörnchen auf einmal kahle Stellen im Fell bekommt, oder dieses zum Teil ganz verliert. Hier ist Ursachenforschung angebracht. Die simpelste Erklärung liegt in Ernährungsfehlern. Wenn ihr aber reinen Gewissens von Euch behaupten könnt, das Eichhörnchen ausgewogen und vitaminreich zu ernähren, solltet ihr erst mal andere mögliche Ursachen vom Tierarzt abklären lassen. Der erste Schritt wäre einen Befall mit Milben oder Hautpilzen zu überprüfen. Dazu wird mit einem Tesastreifen ein „Abstrich“ von der kahlen Stelle gemacht und im Tierarztlabor weiterkultiviert. Nach ein paar Tagen habt ihr dann Gewissheit. Sollten die Kulturen negativ sein, ist ein Vitaminmangel am wahrscheinlichsten. In dem Fall kann euch der Tierarzt hochkonzentrierte Aufbaupräparate anbieten, die einfach übers Trinkwasser oder auf einem Stückchen Zwieback verabreicht werden. Wenn auch hiermit keine Besserung eintritt muss man in vielleicht eine hormonelle Störung in Erwägung ziehen. Es gibt durchaus Eichhörnchen denen ein Wachstumshormon fehlt – diese sind dann in Ihrer ganzen Art kleiner als ihre Artgenossen und haben nicht selten Probleme mit der Behaarung.

 

Ich habe hier nur die gängigsten Krankheiten bei Volierenhaltung vorgestellt. Eichhörnchen aus der freien Natur können natürlich noch andere Krankheiten haben, die ich an dieser Stelle nicht erwähnen möchte. Wenn Ihr ein verletztes Eichhörnchen im Wald findet, muss Euer erster Weg sowieso zum Tierarzt führen. Dieser behandelt Wildtiere in der Regel auch umsonst, so dass Ihr vor eventuellen Kosten keine Angst zu haben braucht.